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5. Februar 2024: Einweihung der Multimediaräume

Der Schulleiter stellte sogleich fest: der Mensch stehe immer noch im Mittelpunkt, aber der Unterricht befinde sich im Wandel. Wir seien digital gut aufgestellt, besser, als viele meinten, aber mit dem neuen Multimedia-Projekt hätten wir einen weiteren großen Schritt getan.

 

Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, nannte es beeindruckend und zukunftsweisend, was hier auf die Beine gestellt worden sei. Sie sei gespannt darauf, wie man damit umgehe, dass die digitale Transformation alle, auch den schulischen Bereich, erfasst habe.

Man müsse beim Wettbewerb dabei sein, dürfe sich an Schulen angesichts der rasanten Entwicklung - zum Beispiel durch ChatGPT - nicht im Schneckentempo fortbewegen. Es sei ein unbedingtes Muss, die neuesten Entwicklungen aus der Arbeitswelt in (Berufs)Schulen hineinzutragen.

Wir seien diesbezüglich schon gut vorangekommen: 90% der Mittel des Digital-Pakts seien bereits abgerufen. Die Corona-Zeit habe die Digitalisierung vorangetrieben - das sei trotz der Kollateralschäden ein positives Ergebnis. Am Ende komme es darauf an, wie Lehrkräfte Schülerinnen und Schülern bei der Digitalisierung didaktisch und pädagogisch zur Seite stünden.

In Deutschland herrsche zwar Bildungsföderalismus, da sei Kooperationen gefragt; man müsse in einem offenen Schlagabtausch alle Stärken zusammenwerfen, um innovative Projekte im didaktisch-pädagogischen Bereich zu realisieren und so den totalen Umbruch in der Arbeitswelt auch im schulischen Bereich abzubilden, denn man werde nicht mehr in die alte Tafelwelt zurückkehren. Ministerin Schopper wünschte der KS1 viel Erfolg bei der Digitalisierung. Sie hoffe, dass die Schülerinnen und Schüler dabei den Spaß nicht aus den Augen verlören.

 

Kerstin Niendorf, die Leiterin des Schulverwaltungsamts Stuttgart, früher selbst Berufsschullehrerin in Brandenburg, stellte anschließend fest, dass Stuttgart für viele der Maßstab im Bereich Digitalisierung und Vorbild in Sachen Engagement der Stadt sein könne.

Aus fünf TV Räumen seien drei vorbildlich ausgestattete Multimediaräume geworden - manchmal sei weniger mehr. Stuttgart und die KS1 könne stolz sein und anderen Städten als Vorbild dienen.

Die Stadt sei an Komplettlösungen interessiert, alles könne aus einer Hand vonstatten gehen: Planung - Installation -  Schulung. Mittlerweile seien 75% des Fördervolumens sind verausgabt, bis Ende März 2024 sollten es 100% werden. Da unterschiedlichen Bedarf an den Schulen gebe, werde die Verteilung des übriggebliebenen Fördergeldes vom Schulträger ausgeglichen.

 

Andrea Marongiu, der Geschäftsführer des Verbandes Spedition und Logistik Baden-Württemberg e.V., begrüßte die Anwesenden mit dem Hinweis: Vom Baby bis zum Uropa - jede Woche werde pro Einwohner ein Paket versendet. An der KS1 würden dafür Topleute ausgebildet, für eine Branche, ohne die nichts läuft: die Logistik. Allein der chinesische Online-Shop Temu (man mag davon halten, was man wolle) verschicke nach Deutschland 200.000 Pakete im Jahr. Ohne Digitalisierung gebe es keine Chance, solche Massen z verschicken und zu verzollen.

Die Branche achte dabei auf klimaneutrale Transporte, setze auf Digitalisierungsstrategien, autonomes Fahren und Internationalisierung, ohne den Kostendruck aus den Augen zu verlieren.

Was heiße das für die Ausbildung? An der im März stattfindenden LogiMAT Stuttgart bestehe schon über die Hälfte aus IT-Steuerung, also gehe es in der Schule darum, den Nachwuchs vorzubereiten, entsprechende digitale Tools kennenzulernen, die Fähigkeiten der Jugend als Multitasker in die multimediale Richtung zu lenken. Die KS1 sei Trendsetter beim Austausch von Azubis im Ausland (feda Barcelona und feda Madrid) gewesen - hier, im multimedialen digitalen Bereich, könne sie jetzt auch Trends setzen und wieder eine Blaupause liefern für andere Schulen.

 

Eva-Maria Gerst, die Teamleiterin der Medienentwicklungsplanung Stuttgart, freute sich über die Umsetzung dieses größten Einzelprojektes des DigitalPakts des Bundesministeriumür Bildung und Forschung in Stuttgart. Sie skizzierte kurz die Entstehungsgeschichte:

- Erstellung von Medienentwicklungsplänen
- Frühjahr 2021 erstes Treffen zum Thema "Moderne Schule für Betriebe"
- Workshop: Entwicklung von Ideen, Einbeziehung der Lehrpläne, konkreter Bedarf der KS1, Rahmenrichtlinien
- Anmeldungsbeschreibung durch die Schule (Was soll in den Räumen bereitgestellt werden?) mit tollen Skizzen; Ergebnis: wenn eine Schule derart engagiert sei, müsse das Projekt realisiert werden!
- Einreichen des Förderantrags durch Frau Gerst
- Genehmigung
- Umsetzungsphase (Räume umzuwidmen sei nicht so einfach gewesen); jeder habe etwas eingebracht, bis hin zum Elektriker
- Zuletzt und in der Zukunft: Technische Schulungen für Lehrkräfte

Wesentlicher Faktor für das Gelingen sei eine gute Zusammenarbeit mit der Schule gewesen, so Frau Gerst.  Sie sei sehr gespannt darauf, wie die Umsetzung in der Praxis verlaufe.

 

Arnold Sulger, der Fachleiter des DV-Teams an der KS1 Stuttgart, zeigte sich begeistert angesichts der Ausstattung der drei Multimediaräume. Wir seien schon vorher medial gut gerüstet gewesen mit über 400 PCs in weiteren Räumen, über 1000 iPads (1/3  Schüler*innen seien versorgt) und 700 Geräten "on device" von Firmen der Auszubildenden, mit 60 WLAN-Punkten, einer guten Internetanbindung mit Glasfaseranschluss, Beamern, Kameras in jedem Klassenzimmer - mit insgesamt über 2500 Geräten, die von einem eingespielten Team betreut würden. Es habe viele Sondertöpfe gegeben für Software, Kameras, Mikrofone; die iPads seien zentral verwaltet und damit hervorragend geschützt gegen Diebstahl.

  

Mit der Unterstützung von Frau Gerst vom Schulverwaltungsamt sei es nun gelungen, drei besondere Räume hervorragend multimedial auszustatten, mit großen Bildschirmen, leistungsstarken Kameras und Mikrofonen,  einschließlich dezenter Beleuchtung und Deckenmikrofon: fantastisch! (siehe Fotos unten)

 

Angelika Wahl, Abteilungsleiterin Finanzdienstleistung, legte ihren Fokus auf Auszubildende und Lehrkräfte. Eine Klassengemeinschaft könne nicht durch Digitalisierung ersetzt werden, und digitaler Unterricht sei nicht
automatisch besserer Unterricht, aber er markiere einen wichtigen Schritt in der Unterrichtsentwicklung.
Man unterrichte heute sehr heterogene Gruppen und brauche differenzierte Lernplattformen, die inhaltlich und sprachlich unterscheiden und gleichzeitig die Kompetenzen für die Arbeitswelt stärkten können. Deshalb müsse man sich mit dualen Partnern austauschen, Auslandspartnerschaften pflegen, Fortbildungen und Expertenrunden organisieren. Dabei solle man auch hybride Unterrichtsformen und das Streamen von Unterricht in Erwägung ziehen. Genau dafür böten die neuen Räume ideale Möglichkeiten. 

  

Im Namen der SMV stellte der Schülersprecher der KS1, Lukas Schmidt, fest, dass nun neue Türen geöffnet worden seien; wir würden mit diesen digitalen Konzepten als Vorreiter für alle Schulen in Baden-Württemberg agieren, die ihre Azubis auf die moderne Arbeitswelt vorbereiten wollen.
Unsere Partnerschulen, beispielsweise die in Singapur, zeigten vorbildlich, wie digitale Medien zum Austausch und zur Kommunikation genutzt werden könnten. Aber auch im Schulalltag könne man, analog zum Homeoffice in der Arbeitswelt, Online-Unterricht nutzen, etwa - wie kürzlich geschehen - zur Überbrückung von Streiks.

  

Anschließend wurden die drei Multimediaräume nicht nur besichtigt, sondern auch gleich genutzt, indem zuerst ein Kollege mit der Partnerschule in Madrid in Kontakt trat. Anschließend konnte Ministerin Schopper in einer Live-Schaltung mit dem Logistik-Azubi Friedrich Schriefers von der Firma Rhenus in Kontakt treten, der sich zurzeit für drei Monate in Singapur aufhält. Zugeschaltet waren aber auch aus Leverkusen Vera Körner, HR Junior Talent Acquisition Manager, und Dennis Bullinger, Niederlassungsleiter des Unternehmens Rhenus Stuttgart.

     

Zuletzt wurde noch im Tonstudio (Raum 046) ein dort entstandener Film zu Europa sowie ein Film aus dem Versicherungsbereich gezeigt und ein Interview mit Ministerin Schopper geführt. Dann wurde es Zeit für ein paar Getränke, Häppchen und lockere Gespräche an Stehtischen.